meinegeschichte001


Hier steht alles über mich:

wie ich geboren bin

und wie ich in die Gemeindebücherei Wüstenrot gekommen bin,

was es mit meinem Namen auf sich hat,

und Vieles Anderes auch noch.

Meine Geschichte ist insgesamt in 4 Abschnitte aufgeteilt.

 

Hier Abschnitt 1:

1.) Geburt und Kindheit
 
Es war einmal, vor vielen Jahren, da lebte ein altes Rabenpaar weit, weit weg von hier in einem tiefen, dunklen Wald. Sie hatten ihr Nest, den Rabenhorst, auf der Spitze des höchsten Baumes errichtet, damit sie alles gut überblicken konnten.
 
Die Beiden waren schon sehr alt und hatten schon viele Raben-Kinder, die in der ganzen Welt verstreut lebten.
 
Da ergab es sich, dass die alte Rabenmutter noch einmal zwei Eier legte. Beide waren ganz braun, aber eines hatte drei kleine schwarze Punkte auf der Schale.
 
Die beiden alten Raben freuten sich sehr, dass sie noch einmal Junge bekommen würden und die alte Rabenmutter brütete eifrig. Manchmal ließ sie sich auch von ihrem alten Rabenmann ablösen, denn brüten ist anstrengend, besonders für alte Raben.
 
Weil es etwas ganz Besonderes war, wenn eine so alte Rabenmutter nochmal Eier legt, wurde sie von der ganzen Verwandtschaft immer wieder besucht; Jeder horchte an den Eiern, ob sie schon bald fertig bebrütet seien, und Jeder versorgte die brütenden Eltern mit besonderen Leckerbissen, sodass es ihnen an nichts fehlte.
 
 
Eines Tages bekamen sie Besuch von ihrem alten Onkel Abraxas, der so berühmt ist, dass er sogar in einem Buch vorkommt – wisst Ihr vielleicht, in welchem?
 
Der Rabe Abraxas ist inzwischen auch schon sehr alt und weise, und so besah er sich die beiden Eier ganz besonders aufmerksam. Vor allem das eine Ei mit den drei schwarzen Punkten hatte es ihm angetan. „Das wird einmal ein besonders kluger Rabe, aber nur, wenn er außer Wissen aus Büchern nichts stiehlt“, sagte er.
 
Normalerweise stehlen Raben ja; man sagt nicht zu Unrecht „die klauen wie die Raben“, und diese Rabenfamilie machte da keine Ausnahme.
 
Und so konnten sie es kaum erwarten, bis die kleinen Raben ausschlüpften. Zuerst schlüpfte tatsächlich der kleine Rabe aus dem Ei mit den drei schwarzen Punkten. Er war von Anfang an ein sehr aufgeweckter und kluger Rabe und hielt seine Eltern mächtig auf Trab. Kurz darauf kroch dann auch das andere Rabenkind, ein Rabenmädchen, aus seinem Ei. Sie war etwas sanfter und ließ ihren Eltern etwas mehr Ruhe.
 
Beide Rabenkinder hatten etwas für Raben ganz Besonderes: ihr Schnabel war etwas gekrümmt, ähnlich wie der eines Papageis. Und tatsächlich hatten sie unter ihren Vorfahren mütterlicherseits einen echten exotischen Papagei dabei. Auch die Rabenmutter hatte einen solch gekrümmten Schnabel. Deshalb war diese Rabenfamilie auch etwas überheblich den anderen Raben gegenüber, die nur normale Schnäbel hatte. Ihr Gefieder war aber so schwarz wie das der anderen Raben.
 
 
Die kleinen Raben wuchsen und gediehen prächtig und wurden von ihren Eltern (die im Übrigen alles andere als „Rabeneltern“ waren) sehr gut versorgt, auch die Verwandtschaft fütterte die Jungen mit allem Guten, was zu finden war.
 
Leider fing das kleine Rabenmädchen aber schon bald an, auch zu stehlen, und sie stahl ihrem Bruder oft die schönsten Leckerbissen unter dem Schnabel weg, wenn der nicht aufpasste. Da er aber sehr klug war, hatte sie nicht oft Erfolg.
So wurden die beiden Rabenkinder schon bald flügge.
 
Der Rabenjunge lernte das Fliegen zuerst, und schon bald flog er stundenlang von zu Hause fort, um erst abends heim zu kommen. Seine Schwester machte es ihm aber schnell nach und begann schon bald, regelrecht auf Diebestour zu fliegen, von wo sie allerhand interessante und glänzende Gegenstände mitbrachte. Der Rabenjunge aber hatte sich schon als Rabenbaby über seine Schwester geärgert, weil sie ihn immer bestehlen wollte, und er hasste das Stehlen. „Der wird nie ein rechter Rabe“, sagten seine Eltern dann sorgenvoll.
 
Den Rabenjungen aber kümmerte das wenig, er blieb immer länger von zu Hause fort und erzählte niemandem, wo er stundenlang war.
 
Als er das erste Mal weiter von seinem Horst weggeflogen war, kam er zum Ende des Waldes, und weil er Wiesen und Felder so interessant und anders fand als den Wald, flog er einfach weiter. Irgendwann wurde er müde und bekam Hunger. So landete er an einem kleinen Bach.
 
 
Dort trank er ein paar Schlucke Wasser und suchte sich etwas zu essen. Während er so am Bach entlang lief und nach Essbarem suchte, hörte er plötzlich eine Stimme „Du bist aber auch nicht von hier!“. Der junge Rabe drehte sich um und erblickte einen alten Mann mit einem langen Bart, der am Bach angelte. „Nein, ich bin nicht von hier. Ich komme aus dem großen dunklen Wald da hinten am Horizont. Und wer bist du?“, fragte er. „Ich bin der Einsiedler Melchior. Ich wohne in einer Höhle dort drüben am Berg“, antwortete der alte Mann. „Woher kannst du denn die Rabensprache?“ fragte der junge Rabe. „Einsiedler leben alleine und sie haben viel Zeit. Sie denken über Vieles nach. Und sie lieben die Natur und die Tiere. Und wer Tiere liebt, lernt mit der Zeit, sie zu verstehen. Und ganz wenige Einsiedler, wie ich zum Beispiel, lernen auch die Sprache der Tiere zu sprechen.“
 
Und so fing eine Freundschaft an zwischen dem alten Einsiedler Melchior und dem Rabenjungen, und der junge Rabe besuchte seinen neuen Freund jeden Tag. Sie sprachen viel mit einander und so lernte der Rabenjunge viel Interessantes über die Natur, die Tiere, die Menschen und über die Welt.
 
Nachmittags saß der Rabe immer neben Melchior in der Sonne, und Melchior las ihm aus seinen alten Büchern vor.
 
Eines Tages saß er wieder neben Melchior, als er plötzlich sagte: „Ich möchte auch so gut lesen können wie du, denn dann kann ich selbst aus den Büchern alles Interessante erfahren.“
 
 
Und so lehrte Melchior seinen schwarzen Rabenfreund das Lesen, und bald konnte der junge Rabe ebenso gut lesen wie Melchior.
 
Abends flog der Rabenjunge wieder heim in seinen Horst, zu seinen Eltern und seiner diebischen Schwester. Nie erzählte er zu Hause, wo er gewesen war, denn seinen Familie hätte sowieso nicht verstanden, was ihm daran so gefiel. Sie waren alle immer nur auf Diebestouren aus.
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